Die Linken-Abgeordnete Halina Wawzyniak wird in der neuen Legislaturperiode nicht im Bundestag sitzen – sie kandidierte nicht mehr. Doch sie nutzte am Ende noch einmal ihr parlamentarisches Fragerecht, um der Bundesregierung eine – in Teilen nicht ganz ernste – Anfrage zum Merchandising des Bundesverfassungsschutzes zu stellen. Die Anfrage dürfte selbst diejenigen, die sie beantworten mussten, zum Schmunzeln gebracht haben.
Kulis, Becher, Schraubendreher
Es beginnt noch ganz profan. Welche Werbemittel es zur Zeit gibt und welche geplant sind, will sie wissen. Die Aufzählung enthält Bewährtes: Kaffeebecher, Kugelschreiber, Notizblöcke. Gegenstände, die aus der Welt der Werbemittel wohl bekannt sind. Wer Glück hat, kann sogar einen Verfassungsschutz-„Schraubendreher-Stift mit Licht“ ergattern. Oder einen hippen Turnbeutel zum Beispiel, vielleicht gefüllt mit Cashewnüssen aus dem Bereich „Wirtschaftsschutz“.

Basecaps gibt es auch, aber die Fragestellerin will wissen: „Ist die Einführung eines ‚Schlapphutes’ mit BfV-Logo geplant, wenn nein, warum nicht?“ Die Enttäuschung: Nein, ein Schlapphut ist nicht geplant. Und Einhorn-Merchandise gibt es ebenfalls nicht.
Jutebeutel ist kein Aluhut
Und dann die wohl größte Enttäuschung: Die Verfassungsschutz-Jutebeutel sind ganz normale Jutebeutel, ohne Spezial-Aluhut-Abschirmfähigkeiten. Höchstwahrscheinlich zumindest, so hundertprozentig will sich die Regierung da nicht festlegen:
Ob der Jutebeutel als Abschirmtasche geeignet ist, ist hier nicht bekannt; darf aber bezweifelt werden.
Eines bleibt wie immer: Wie viel das Ganze kostet, verrät die Regierung nicht. Denn der Haushalt des Verfassungsschutzes ist geheim. Dazu gehört auch, wie viel Geld er für Werbegeschenke ausgibt.
Die Möglichkeiten, sich Verfassungsschutz-Gadgets zu sichern, sind übrigens vielfältig. Ob auf der Gamescom, der Bildungsmesse didacta oder der CeBIT: Der Verfassungsschutz ist immer mittendrin.
